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Das Mediationsverfahren


Kurz und knapp: Was ist Mediation?

Mediation ist ein Verfahren, um Konflikte selbstverantwortlich mithilfe eines neutralen Dritten, des Mediators oder der Mediatorin, zu regeln. Sie selbst bestimmen, über welche Themen Sie sprechen möchten und welche Probleme Sie für die Zukunft regeln wollen.

Wer kann zu einer Mediation gehen?

Alle diejenigen, die die Auseinandersetzung mit einem Konflikt-Partner selbst regeln möchten, sind willkommen – unabhängig von ihren Lebensverhältnissen oder ihrer Generationszugehörigkeit.

Wie lange dauert eine Mediation?

Die einzelne Sitzung dauert in der Regel eine oder anderthalb Stunden. Wie viele Sitzungen notwendig sind, um zu einer als fair empfundenen Regelung zu kommen, hängt von Ihnen ab. Selten wird die Anzahl von drei bis acht Sitzungen überschritten. Ausschlaggebend wird auch sein, wie zügig Sie die notwendigen Unterlagen beibringen.

Gibt es Vorbedingungen für Mediation?

Die einzig unverzichtbare Voraussetzung für die Mediation ist, dass die Betroffenen bereit sind, sich an einen Tisch zu setzen und sich ermutigen lassen, für ihre Belange einzutreten und im Sinne der Fairness Modelle und Absprachen zu entwickeln:

  • Wie kann der Umgang miteinander und ggf. mit den Kindern neu gestaltet werden?
  • Wer gibt wem wie lange finanzielle Unterstützung?
  • Welche Erziehungsmaximen sollen angewendet werden?
  • Wie kann eine berufliche oder private Arbeitsteilung neu strukturiert werden?
  • Wie findet eine neue Partnerschaft in der Patchworkfamilie ihren Platz?
  • Wie kann Vermögen trotz Auseinandersetzung erhalten werden?
  • Wie können Lösungen rund ums Altern gefunden werden?
  • Welche Erbschaftsregelung ist für uns passend?
  • Wie kann die Verantwortung im Familienunternehmen an die nächste Generation übergeben werden?
  • Wie können die verschiedenen Interessen in einem Familienunternehmen, Eigentümer, Familie und Unternehmer/ Geschäftsführer zum Wohle des Unternehmens gestaltet werden?

Nach welchen Grundsätzen arbeitet ein/e Mediator/in?

  • Mediatoren sind sachkundig und kompetent in der Mediation. Sie müssen eine einschlägige Ausbildung und kontinuierliche Fortbildung sowie Erfahrungen mit Mediationstätigkeiten auf der Grundlage einschlägiger Standards oder Zulassungsregelungen vorweisen.
  • Der Mediator hat in seinem Handeln und Auftreten den Parteien gegenüber stets unparteiisch zu sein und ist gehalten, im Mediationsprozess allen Parteien gleichermaßen zu dienen.
  • Der Mediator stellt sicher, dass alle Parteien in angemessener Weise in das Verfahren eingebunden sind.
  • Soweit nicht bereits bekannt, gibt der Mediator den Parteien stets vollständige Auskünfte über die Kostenregelung, die er anzuwenden gedenkt. Er nimmt kein Mediationsverfahren an, bevor nicht die Grundsätze seiner Vergütung durch alle Beteiligten akzeptiert wurden.
  • Der Mediator wahrt die Vertraulichkeit aller Informationen aus dem Mediationsverfahren oder im Zusammenhang damit.

(aus: Europäischer Verhaltenskodex für Mediatoren)

Wie schließt eine Mediation ab?

Die Ergebnisse der Mediation werden in der Regel in einem schriftlichen Memorandum und/oder einer rechtsverbindlichen Abschlussvereinbarung zusammengefasst, und zwar so, wie Sie als Beteiligte dies gemeinsam formulieren und gutheißen. Dazu werden in der Regel Anwälte eingeschaltet, bzw. wird die Vereinbarung notariell beurkundet.

Welches Risiko gehe ich mit einer Mediation ein?

Keines. Die Mediation ist der Idee des Respektes, der Fairness, der ehrlichen Auseinandersetzung und der praktischen Zukunftslösung verpflichtet. Gerichtliche Verfahren sollten während einer Mediation ruhen. Seit dem 1.1.2002 sind mögliche Verjährungsfristen während der Mediation gehemmt.

Was macht das Mediationsverfahren aus?

Mediation ist ein Konfliktregelungsverfahren, das in vielen Bereichen (z. B. Wirtschaft, Politik, Umwelt, Schule, Nachbarschaft) Anwendung findet. Im familiären Bereich bezieht sie sich auf die Regelung von Konflikten in ehelichen, nichtehelichen und nachehelichen Beziehungen (z. B. zwischen Paaren, Eltern und Kindern, Herkunfts- und Fortsetzungsfamilien). Sie strebt nach sachlichen Lösungen, die auf einer Verständigung der Konfliktpartner beruhen. Ein besonders wichtiges Gebiet ist die Trennungs- und Scheidungsmediation. Sie befaßt sich hauptsächlich mit den Trennungs- und Scheidungsfolgen, insbesondere mit der Neuordnung der elterlichen Verantwortung, der Finanzierung der Einzelhaushalte, der Vermögensauseinandersetzung, der Alterssicherung, der Hausratsteilung und Klärung der Wohnsituation.

Mediation antwortet auf die Frage der Betroffenen, wie sie gemeinsame Entscheidungen selbstverantwortlich im Verständnis der eigenen Situation, der/des anderen und ihrer jeweiligen Realität konstruktiv erarbeiten können. Diese sollen fair sein und eine tragfähige Grundlage für die Zukunft bilden. Basis der Entscheidung ist die Akzeptanz der Unterschiedlichkeit der (Zukunfts-) Interessen aller Beteiligten. Der eine soll nicht auf Kosten des anderen gewinnen. Gesucht wird vielmehr nach doppeltem Gewinn durch Wertschöpfung, indem Ressourcen aktiviert und Synergien gebündelt werden. Auf ihrem Weg werden die Konfliktpartner von methodisch geschulten und fachlich versierten MediatorInnen begleitet. Der Mediator ist verantwortlich für die strukturelle Vorgehensweise der Mediation mit ihrer zeitlich logischen Abfolge und ihrem Bestreben, destruktive Handlungen in konstruktive Verhandlungen zu verwandeln. Der Mediator hält sich in den inhaltlichen Entscheidungen zurück und gewinnt hierdurch die Kraft, die Konfliktpartner in ihrem Einigungsbemühen durch Stärkung ihrer Dialog-, Verhandlungs- und Gestaltungsfähigkeit zu unterstützen.
Mediation wird von jenen Betroffenen bevorzugt, die die Entscheidung in ihren familialen Zukunftsperspektiven bei solch einschneidenden Ereignissen wie Trennung und Scheidung persönlich treffen und nicht delegieren wollen.

Wenn Mediator/in und Medianden darin übereinstimmen, dass sie gemeinsam eine Mediation beginnen wollen, schließen sie meist eine sogenannte „Eingangsvereinbarung“.